Gründer des Jugendhilfswerk Freiburg e.V.

Prof. Karl Härringer - Ein Pionier der Sozialarbeit in Freiburg


Karl Härringer, geboren am 23.7.1913, ist mit einer Schwester und zwei Brüdern in Burkheim am Kaiserstuhl aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er Jura in Freiburg, Kiel und Hamburg.
Als Soldat aus dem 2. Weltkrieg im Mai 1945 schwerverwundet heimgekehrt, wurde er im Alter von 32 Jahren im Oktober 1945 zum Jugendstaatsanwalt am Amtsgericht Freiburg bestellt.

In dem durch einen Fliegerangriff 1944 zerstörten Freiburg erlebte er in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit eine von Not und Mangel besonders betroffene Jugend. In Ergänzung seiner beruflichen Aufgaben sah er sich verpflichtet, für die durch Krieg und Kriegsfolgen besonders geschädigten Jugendlichen zu sorgen mit Angeboten, die ihnen Wege in ein normales Leben bahnen sollten.


"Vielen Jugendlichen fehlte ein richtiges Zuhause, sie wohnten in belastend engen Unterkünften und trieben sich daher lieber rum. Ein anderes Problem bildeten die Jugendlichen aus Ost und Mitteldeutschland, die auf der Suche nach ihren Eltern im Lande herumirrten. Sie waren als Flakhelfer eingesetzt oder durch Kinderlandverschickung von ihren Eltern getrennt worden.. Ernährt haben sie sich durch Betteln oder Diebstähle."
(Karl Härringer "Eine Chance für Jeden", Rombach Verlag 1994)